::: Der Ortsteil Gelmeroda :::

Umfasst eine Fläche von 260 ha und hat durchschnittlich 300 Einwohner. Er ist ein Ortsteil von Weimar. Die Größe der landwirtschaftlichen Nutzfläche umfasst 220 ha.

Von der Gelmerodaer Höhe (368 m) fällt die Gemarkung sowohl nach Norden zur Ilmtalstörung als auch nach Süden zum Hengst-graben allmählich ab, wobei der Plateaucharakter erhalten bleibt. Gelmeroda liegt 340 m hoch im Bereich der Tonplatten des Oberen Muschelkalks, die teilweise von einem geringmächtigen Lößlehm-Schleier bedeckt sind. Demzufolge finden sich neben tonig-lehmigen, oft steinreichen Rendzinaböden von geringerer Qualität auch die guten oder sehr guten Standorte der Löß-Schlämmschwarzerden.

Aus der Jungsteinzeit wurden in einem Steinbruch südlich vom Ortskern ein Skelettgrab der Glockenbecherkultur mit Keramikbeigaben gefunden, dazu in der Flur Steinbeile und Hacken. Von der spätmittelalterlichen Ortsbefestigung sind Wallreste im Westen und Südwesten der Ortslage sowie der Flurname „Im Haine" auf der Nordseite erhalten.

Gelmeroda_Luftbild

Gelmeroda ist eine zur Burg gehörende hochmittelalterliche Rodesiedlung und wird erstmals 1301 in einer Urkunde des Marschalls Heinrich von Tiefurt für das Kloster Oberweimar (STA Weimar) als Germenrode erwähnt. Der Orts-name bedeutet „Rodung des Gerno" (germanischer Personenname). Im Mittelalter befand sich hier grundherrlicher Besitz der Grafen von Weimar-Orlamünde, der Marschälle von Tiefurt und des Klosters Ober-weimar. Später stand der Ort unter Patrimonialgerichtsbarkeit. In der zweiten Hälfte des 16. Jhs. wurde er aber ganz allmählich von der Landesherrschaft erworben.

Ortskern mit Kirche

Die Bevölkerung ernährte sich von der Landwirtschaft, die hier vor allem in mittelbäuerlichen Höfen betrieben wurde. Es gab 1686 und 1715 neben 10 Anspanngütern 15 bzw. 25 Hintersattler. Die Grundstücksumlegung von 1880 auf 225 ha verminderte die Parzellenzahl von 1309 auf 279. Das Handwerk war 1858 mit 2 Betrieben, 1884 überhaupt nicht und 1930 mit 3 Betrieben vertreten. Seit dem Ende des 19. Jhs. wohnten hier auch Arbeiter von Weimarer Industrie- und Baubetrieben. Der Stimmenanteil der SPD betrug 1932 30 Prozent. Zerstörungen brachte der Dreißigjährige Krieg.

Die heutige Feininger Autobahnkirche wird bereits 1381 als Filial von Legefeld erwähnt. Sie wurde im 15. Jh. durch gotischen Choranbau und Langhaus erweitert und 1717 im barocken Sinne völlig überarbeitet. Spuren der zweiten Erweiterung finden wir in Form eines Spitzbogenfensters mit ausgemeißeltem Kreuz. Der zwei-geschossige Turm ist durch ein Fachwerkgeschoss aufgestockt, das in einem sehr schlanken, landschafts-markierenden Spitzhelm endet. Die Gestaltung des Innenraumes stammt aus dem Jahre 1830. Bemerkenswerte Ausstattungsstücke sind ein Tauf-stein von 1573 und ein Opferstock aus dem 18. Jh. Das Bild der Kirche wurde durch die Darstellungen Lyonel Feiningers (1871—1956) bekannt, des am Bauhaus tätigen Malers und Graphikers

.Autobahnkirche Gelmeroda    Autobahnkirche Gelmeroda im Winter

Ein Lehrer wird erstmals 1583 genannt, ein Schulneubau wurde 1864 errichtet. Die Schule war 1945 noch einklassig.

Das ältere Gemeindesiegel stellt eine Kirche mit spitzem Turm dar, die links von einem kleinen, rechts von einem großen Baum flankiert ist.

Siegel von Gelmeroda

kleine historische Zeitreise:

  • 1542—1601   Patrimonialgerichtsort von Denstedt,
  • 1601—1850   Amtsort im Amt Weimar
  • 1850—1922   Verwaltungsbezirk im Landkreis Weimar.
  • 1930—1952   Gemeinde von Weimar-Land
  • 1952—1995   Gemeinde im Landkreis Weimar
  • 1995—heute  Ortstteil von Weimar

 

 

Das Gemeindehaus mit Kindergarten wurde in den Jahren 2011 und 2012 komplett neu saniert.

Gemeindehaus

Die Siedlungsform entspricht einem Platzdorf mit rechteckigem Innenraum, der durch zwei Sackgassen im nördlichen  Teil von Gelmeroda. ausgebaut ist. Eine der beiden Sackgassen erhielt noch vor 1880 eine Verbindung zur späteren Bundesstraße Weimar — Bad Berka — Rudolstadt, an der sich der Ort seit dieser Zeit weiterentwickelte.

abzweigende Straßen

Die ehemalige B85 nach Weimar und Bad Berka tangiert den Ort. Eine zusätzliche rekonstruierte Ortsverbindungsstraße wurde 1975 nach Weimar, in die Humboldtstraße einmündend, im Zuge der alten 1816—1878 benutzten Staatschaussee Weimar— Berka gebaut. Sie entlastet jetzt den Verkehr. Eine weitere Ortsverbindungsstraße führt nach Niedergrunstedt. Etwa 0,5 km südlich des Ortes liegt die Anschlussstelle zur Bundesautobahn 4 Dresden— Frankfurt. Der Anschluss im Personenverkehr ist durch den öffentlichen Kraftverkehr von Weimar und verschiedenen Überlandliniengewährleistet. Die Fahrzeit nach Weimar beträgt etwa 10 Minuten". Der Durchgangsverkehr ist sehr stark (von und ab Autobahn, Naherholungsverkehr, Güter und Versorgungsverkehr in und aus Richtung Bad Berka).

Kegelbahn Tankstelle Autohaus

Im Osten von Gelmeroda befindet sich eine Neubausiedlung, die ab Ende der 80er Jahre neu entstand.

Gelmeroda Ost

In Gelmeroda finden wir eine Tankstelle, eine Kegelbahn, ein Skoda-Autohaus einen Kindergarten, zum 100ten Geburtstags von Ernst Neufert entstand 1999 ein neues Ausstellungsgebäude in im Garten des Neufert Hauses.
Die Neufert Box http://www.stiftung.neufert.org/neufert-box.html sowie mehere Kleingewerbe.

Neufert Box in Gelmeroda

Und alle Raser erhalten hier zum Abschied ein Foto zugesandt.

Blitzer

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